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Sitzung der Gemeindevertretung Walluf
"Erneuerbare Energien und Energiesparmaßnahmen"
"Der Gemeindevorstand wird gebeten, Maßnahmen zu untersuchen, um den Einsatz von erneuerbaren Energien und die
Durchführung von Energiesparinvestitionen (u. a. Wärmedämmung) in der Gemeinde Walluf voranzubringen."
Dabei soll es sich nicht nur um Maßnahmen im privaten Umfeld handeln, sondern auch um Vorhaben im eigenen
kommunalen Bereich (Gemeindeeigene Immobilien).
Als mögliche Handlungsfelder käme hierbei auch eine Art von Beratungsvermittlung durch die Gemeinde Walluf
über die eigene "Home-Page" in Betracht, so z.B. ein Hinweis auf den Link: www.co2online.de.
Auch eine Einbeziehung in den "Agenda-Prozess", wie dies in anderen Kommunen der Fall ist, wäre hilfreich.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen zusammen mit den bereits vorliegenden Ergebnissen der vom Gemeindevorstand
beauftragten Studie zur Energieeinsparung im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt diskutiert und gegebenenfalls der
Gemeindevertretung zur Umsetzung vorgeschlagen werden.
Begründung:
mit unserem vorliegenden Antrag, den ich heute hier einbringe und begründe, will die SPD-Fraktion entsprechend den Formulierungen
in § 9 der Dokumente zur Agenda 21 den Einsatz von erneuerbaren Energien und von Energiesparmaßnahmen in unserer Gemeinde anstoßen
und künftig kräftig forcieren.
Zur Erläuterung:
§ 9 der Agenda 21 befasst sich mit dem Schutz der Erdatmosphäre im allgemeinen und dort im Einzelnen mit der
Energieerzeugung, Energieeffizienz und mit dem Energieverbrauch
Dabei sollen auf lokaler, subregionaler und regionaler Ebene Aufklärungs- und Bewußtseinsfördermaßnahmen zum Thema sparsame Energienutzung und umweltverträgliche Energieerzeugung/Träger gefördert werden.
Diese Dokumente wurden bereits vor über 15 Jahren formuliert, bisher ist aber noch nicht viel passiert, um den nun auch bei uns deutlich spürbaren Klimawandel aufzuhalten oder zumindest zu bremsen.
Wir messen dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen eine hohe Priorität bei und werden verstärkt für den Schutz und die Erhaltung unserer Umwelt eintreten. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung und Verminderung von CO2-Emissionen. Dabei müssen wir feststellen, dass 14 % des CO2-Ausstoßes durch die privaten Haushalte und 12 % durch den PKW-Verkehr verursacht werden.
Auch Walluf kann einen Beitrag zur Einhaltung unserer Klimaschutzziele leisten und gleichzeitig langfristig Kosten reduzieren. Ein Ansatzpunkt für die Verwirklichung unserer Ziele besteht in dem Einsatz erneuerbarer Energien sowie bei Energiesparmaßnahmen.
Es sollte daher geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, um den Einsatz und die Förderung von Photovoltaik, Solarthermie, Pelletheizungen und von Wärmedämm-Maßnahmen in Walluf zu fördern und hier auf diesem Gebiet bei uns etwas zu bewegen.
Wir werden dabei unserer Nachbarstadt Geisenheim sicher nicht den Rang als "Solarstadt" streitig machen können. Wollen wir auch nicht.
Aber gerade unser kompaktes Gewerbegebiet mit seinen großen Flachdächern bietet sich geradezu an, mittels Photovoltaikanlagen große Mengen Strom auf natürliche Art umweltfreundlich zu erzeugen. Hier bedarf es eines Anstoßes durch die Kommune oder vielleicht auch durch unseren Gewerbeverein mit nützlichen Hinweisen zur Förderung und damit zur Effektivität solcher Investitionen.
Wie man heute der Presse entnehmen konnte, wurde in unserer unmittelbaren Nähe, in Schierstein, eine sehr große Anlage dieser Art eingeweiht. Bei der Firma Dow Corning entstand mit 1000 qm die größte Anlage der Landeshauptstadt. Warum soll so etwas, vielleicht etwas kleiner, nicht auch in Walluf möglich sein??
Auch die Gemeinde Walluf selbst verfügt über einen großen Immobilienbestand. Der hinsichtlich seiner Energieeffizienz überprüft werden sollte. Hier möchten wir dem Gemeindevorstand in seiner großen Kreativität nicht vorgreifen. Auch können sicher nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden.
Mit entsprechenden Investitionen wurde bereits Anfang des Jahres vom Gemeindevorstand ein gewisses Einsparpotenzial umgesetzt. Über diese Ergebnisse sollte dann auch im BPU berichtet werden.
Und gerade im Bereich der privaten Haushalte in Walluf sind erhebliche Potenziale vorhanden, die gehoben werden müssen. Hier wäre es schön und hilfreich, wenn in Walluf der Prozess der "Lokalen Agenda 21" mit einer entsprechenden Bürgerbeteiligung wieder belebt werden könnte. Denn dieses Thema eignet sich besonders für die Bearbeitung und Umsetzung im Rahmen des Agenda-Prozesses.
Dies soll von dieser Stelle auch ein Appell an unsere Bürgerinnen und Bürger sein, sich hieran zu beteiligen.
Im Übrigen noch ein Hinweis aus unserem Antrag. Die Internet-Seite www.co2online.de gibt hervorragende Hinweise und Tips zum effektiven und nachhaltigen Umgang mit den knappen Energieressourcen.
Damit Sie sehen, dass sich die Umsetzung von Investitionen im Energiebereich lohnt, möchte ich ein Beispiel aus meinem eigenen Umfeld aufzeigen:
Durch Dämm-Maßnahmen am Flachdach meines Hauses und mit der Installation einer solarthermischen Anlage für die Warmwasser-Bereitung und zur Heizungsunterstützung spare ich seit Oktober letzten Jahres mehr als die Hälfte meines bisherigen Energieverbrauches an Gas und vermindere damit den CO2- Ausstoß.
Ganz nebenbei kann man damit auch unsere Handwerksbetriebe vor Ort oder aus der Region durch entsprechende Aufträge unterstützen. Also alles in allem haben wir es hier mit einer Situation zu tun, bei der nur alle gewinnen können.
Lassen Sie uns deshalb alle gemeinsam diese Initiative heute beginnen und zum Erfolg für alle Beteiligten werden.
Auszugsweise aus einem Antrag an die Gemeindevertretung, von Wolfgang Roßmeißl (Fraktionsvorsitzender)
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